Wahre Marge berechnen: So ermittelst du deinen echten Gewinn als Marketplace-Händler
10 Min. Lesezeit
Letzten Monat hat SKU B07X auf Amazon 12% Marge gefressen – obwohl der Listenpreis 29,99€ betrug. Der Grund? Die Gebühren waren höher als gedacht, die Retourenquote lag bei 8%, und die Werbekosten haben die Kalkulation zerrissen. Wenn du nur den Listenpreis minus Einkaufskosten rechnest, liegst du falsch. Hier zeigst du, wie du die wahre Marge pro SKU ermittelst – mit allen versteckten Kosten, Währungen und täglichen Schwankungen.
Warum die einfache Rechnung "Verkaufspreis minus Einkaufspreis" nicht reicht
Nehmen wir SKU A1B2C3 auf Amazon. Du kaufst es für 8,50€ ein, verkaufst es für 24,99€. Klingt nach 16,49€ Gewinn pro Stück, oder? Falsch. Amazon nimmt 15% Provision, 0,99€ Versandgebühr, 1,20€ FBA-Gebühren, und dann kommen noch die Retouren: 6% der Verkäufe gehen zurück, im Schnitt kostet jede Rücksendung 5€. Plötzlich sind es nur noch 10,19€ Gewinn – und das ist noch ohne Werbekosten.
Die meisten Händler scheitern nicht an den Einkaufspreisen, sondern an den unsichtbaren Kosten. Plattformen wie Amazon, eBay oder Etsy verlangen Gebühren, die sich aus Basisprovision, Zahlungsabwicklung, Lagergebühren (bei FBA) und manchmal sogar "Closing Fees" zusammensetzen. Bei eBay sind es z.B. 12,9% + 0,30€ pro Verkauf, bei Etsy 6,5% + 0,25€ + Zahlungsgebühren. Diese Kosten summieren sich schnell auf 20-30% des Verkaufspreises – und werden oft in der Kalkulation vergessen.
Ein weiteres Problem: Währungen. Verkaufst du auf Temu oder AliExpress, zahlst du in USD oder CNY, aber deine Einkaufskosten kommen aus Europa. Ohne automatische Währungsumrechnung mit Tageskursen rechnest du mit falschen Zahlen. Letzte Woche hat ein Kunde auf Shopee in SGD verkauft, aber seine Einkaufskosten waren in EUR. Ohne Umrechnung dachte er, er macht 18% Marge – in Wahrheit waren es nur 11%.
Und dann sind da noch die Retouren. Bei Modeartikeln liegen die Retourenquoten bei 20-30%, bei Elektronik bei 5-10%. Jede Rücksendung kostet dich nicht nur den Versand zurück, sondern oft auch eine "Restocking Fee" von 5-15% des Artikelpreises. Bei Amazon FBA sind das 2-5€ pro retourniertem Artikel. Wenn du das nicht einplanst, verbrennst du Geld, ohne es zu merken.
Die 4 Kostenblöcke, die deine Marge killen – und wie du sie trackst
Deine wahre Marge setzt sich aus vier Hauptblöcken zusammen: Plattformgebühren, Versand & Logistik, Marketing und Retouren/Verluste. Jeder Block hat seine eigenen Fallstricke – und wenn du einen vergisst, rechnest du dich arm.
**1. Plattformgebühren: Der stille Marge-Fresser** Amazon berechnet z.B. 15% Referral Fee, 0,99€ Versandgebühr (bei Standardversand), 1,20€ FBA-Gebühren (bei Fulfillment by Amazon) und manchmal zusätzliche Gebühren wie "Long-Term Storage Fees" (0,50€ pro Monat für Artikel, die länger als 365 Tage im Lager liegen). Bei eBay sind es 12,9% + 0,30€ pro Verkauf, plus 0,30€ pro Listing (wenn du mehr als 250 Artikel hast). Etsy nimmt 6,5% + 0,25€ + 3% + 0,25€ Zahlungsgebühren.
Tipp: Nutze die offiziellen Gebührenrechner der Plattformen, aber rechne immer mit dem Worst Case. Bei Amazon sind z.B. die FBA-Gebühren je nach Größe und Gewicht gestaffelt – ein 1kg schwerer Artikel kostet 4,80€ FBA-Gebühren, ein 500g schwerer nur 2,40€. Wenn du das nicht berücksichtigst, liegst du schnell 1-2% daneben.
**2. Versand & Logistik: Nicht nur der Paketpreis zählt** Hier geht es nicht nur um den Versand zum Kunden, sondern auch um den Versand zum Lager (bei FBA), Lagergebühren (bei Amazon FBA: 0,50€-3,63€ pro Einheit/Monat) und Retourenversand. Bei Shopify oder WooCommerce zahlst du oft 3-7€ pro Lieferung, aber wenn du selbst versendest, kommen noch Verpackungskosten (1-3€) und Porto (1,50€-5€) dazu.
Bei internationalen Verkäufen wird es noch komplizierter. Verkaufst du nach Australien, kostet der Versand oft 15-25€ – aber wenn der Kunde retourniert, zahlst du den Rückversand oft selbst. Bei AliExpress oder Temu sind die Versandkosten oft in den Produktpreis eingerechnet, aber die Qualität der Lieferung ist schlecht, was zu mehr Retouren führt.
**3. Marketing: Der unsichtbare Kostenblock** Werbeanzeigen fressen Marge schneller als ein Black Friday Sale. Bei Amazon sind es Sponsored Products (15-30% der Werbekosten werden von der Provision abgezogen), bei TikTok Shop sind es 2-5% der Verkaufssumme, bei Google Ads bis zu 20% des Klicks. Aber nicht nur die direkten Werbekosten zählen – auch die Zeit, die du in Kampagnen steckst, ist Geld. Eine Stunde Arbeit pro Woche bei 30€ Stundenlohn sind 120€ im Monat – das sind 2% Marge bei 6.000€ Umsatz.
**4. Retouren & Verluste: Der Marge-Killer Nr. 1** Retouren kosten dich nicht nur Porto und Bearbeitung, sondern oft auch den kompletten Artikelwert. Bei Amazon FBA bekommst du z.B. nur 80% des Artikelwerts zurück, wenn der Kunde das Produkt retourniert – der Rest ist verloren. Bei Modeartikeln liegen die Retourenquoten bei 20-30%, bei Elektronik bei 5-10%. Wenn du z.B. 100 Artikel verkaufst und 20 retourniert werden, kostet dich das nicht nur 20x Porto, sondern auch 20x den Artikelwert (minus 80% Rückerstattung).
Ein weiterer Kostenfaktor: Betrug. Bei eBay und Etsy gibt es immer wieder Käufer, die Artikel bestellen und dann behaupten, sie seien nicht angekommen. Die Plattformen erstatten oft erstmal den Käufer, und du musst den Beweis erbringen – was Zeit und Nerven kostet. Bei Amazon sind es gefälschte Rücksendungen, bei denen der Kunde behauptet, das falsche Produkt erhalten zu haben. Solche Fälle kosten dich im Schnitt 50-200€ pro Vorfall.
Schritt-für-Schritt: So berechnest du deine wahre Marge pro SKU
Hier ist die Methode, die ich seit 2021 nutze – und die mir geholfen hat, SKUs mit negativer Marge zu identifizieren, bevor sie mein Geschäft ruinieren. Du brauchst nur eine Excel-Tabelle oder ein Tool wie Gomarginify, das die Berechnung für dich übernimmt.
**Schritt 1: Sammle alle Einnahmen und Ausgaben pro SKU** Erstelle eine Liste mit allen Transaktionen pro SKU. Dazu gehören: - Verkaufspreis (netto, ohne Steuern) - Plattformgebühren (Referral Fee, Zahlungsgebühren, FBA-Gebühren etc.) - Versandkosten (zum Kunden und zurück bei Retouren) - Marketingkosten (Werbung, Promotions, Rabatte) - Retourenquote und Kosten pro Rücksendung - Einkaufspreis (inkl. Zoll, Steuern, Einfuhrgebühren) - Währungsumrechnung (falls international)
Beispiel für SKU B07X auf Amazon: - Verkaufspreis: 29,99€ - Amazon Referral Fee (15%): 4,50€ - FBA-Gebühren: 2,40€ - Versandkosten: 1,20€ - Retourenquote: 8% - Retourenkosten pro Stück: 5€ (Porto + Bearbeitung) - Marketingkosten: 3,20€ (Sponsored Products) - Einkaufspreis: 8,50€
**Schritt 2: Berechne die Plattformgebühren genau** Nicht alle Plattformen rechnen gleich. Bei Amazon sind z.B. die FBA-Gebühren abhängig vom Gewicht und Volumen. Ein 500g schwerer Artikel kostet 2,40€ FBA-Gebühren, ein 1kg schwerer 4,80€. Bei eBay sind es 12,9% + 0,30€ pro Verkauf, plus 0,30€ pro Listing (wenn du mehr als 250 Artikel hast). Bei Etsy sind es 6,5% + 0,25€ + 3% Zahlungsgebühren + 0,25€.
Tipp: Nutze die offiziellen Gebührenrechner der Plattformen, aber rechne immer mit dem höchsten möglichen Wert. Bei Amazon sind z.B. die "Long-Term Storage Fees" oft vergessen – 0,50€ pro Monat für Artikel, die länger als 365 Tage im Lager liegen.
**Schritt 3: Integriere Retouren und Verluste** Retouren sind der größte Kostenfaktor, den die meisten Händler unterschätzen. Bei Modeartikeln liegen die Retourenquoten bei 20-30%, bei Elektronik bei 5-10%. Wenn du z.B. 100 Artikel verkaufst und 20 retourniert werden, kostet dich das: - 20x Porto (5€ pro Rücksendung) = 100€ - 20x Artikelwert (80% Rückerstattung bei Amazon FBA) = 20x 8,50€ x 0,80 = 136€ - Bearbeitungskosten (Zeitaufwand) = 20x 1€ = 20€
Gesamtkosten für Retouren: 256€ bei 100 Verkäufen. Das sind 2,56€ pro verkauftem Artikel – oder 8,5% deiner Marge.
**Schritt 4: Berücksichtige Währungen und Steuern** Verkaufst du international, musst du Währungen umrechnen. Nutze den Tageskurs der Plattform oder einen Dienst wie Wise/Revolut. Beispiel: Du verkaufst auf Shopee in SGD, aber deine Einkaufskosten sind in EUR. Der Wechselkurs SGD/EUR liegt bei 0,65. Wenn du für 100 SGD verkaufst, sind das 65€ – aber deine Einkaufskosten waren 50€. Ohne Umrechnung würdest du denken, du machst 50% Marge – in Wahrheit sind es nur 35%.
Steuern sind ein eigenes Thema. In Deutschland musst du die Umsatzsteuer abführen, aber die wird oft als durchlaufender Posten verbucht. Wichtiger sind die Einfuhrumsatzsteuer (bei Importen aus China) und die Gewerbesteuer. Bei Importen aus China zahlst du z.B. 19% Einfuhrumsatzsteuer auf den Warenwert + Zoll (je nach Produkt 0-12%). Das kann schnell 20-30% deiner Marge auffressen.
**Schritt 5: Rechne die wahre Marge aus** Jetzt setzt du alles zusammen. Die Formel für die wahre Marge pro SKU lautet:
`Wahre Marge = (Verkaufspreis - Plattformgebühren - Versandkosten - Marketingkosten - Retourenkosten - Einkaufspreis - Steuern) / Verkaufspreis`
Beispiel für SKU B07X: - Verkaufspreis: 29,99€ - Abzüge: 4,50€ (Amazon Fee) + 2,40€ (FBA) + 1,20€ (Versand) + 3,20€ (Marketing) + 2,40€ (Retourenkosten, 8% von 5€) + 8,50€ (Einkauf) = 22,20€ - Wahre Marge: (29,99€ - 22,20€) / 29,99€ = 26%
Ohne Retouren und Marketing wären es 52% Marge – aber mit allen Kosten sind es nur noch 26%. Das ist immer noch gut, aber wenn die Retourenquote auf 15% steigt, sinkt die Marge auf 18%.
**Schritt 6: Automatisiere die Berechnung – oder du machst Fehler** Manuell zu rechnen ist fehleranfällig. Ich habe das zwei Jahre lang gemacht und dabei festgestellt, dass ich jedes Mal eine Kostenposition vergessen habe. Seitdem nutze ich Gomarginify, das mir täglich die wahre Marge pro SKU ausspuckt – inklusive Retouren, Währungsumrechnung und Werbekosten. Das Tool verbindet sich mit Amazon, eBay, Etsy, Shopify, TikTok Shop und sieben weiteren Plattformen und gibt mir eine klare Übersicht, welche SKUs profitabel sind und welche nicht.
Alternativ kannst du eine Excel-Tabelle mit Pivot-Tabellen nutzen. Aber Vorsicht: Wenn du internationale Verkäufe hast, musst du die Währungsumrechnung täglich aktualisieren – sonst rechnest du mit falschen Zahlen.
Welche Tools helfen dir, die wahre Marge zu berechnen – und worauf du achten musst
Es gibt drei Wege, deine wahre Marge zu berechnen: Manuell in Excel, mit einem All-in-One-Tool wie Gomarginify oder mit einer Kombination aus mehreren Tools. Jede Methode hat Vor- und Nachteile – und die falsche Wahl kann dich teuer zu stehen kommen.
**1. Manuell in Excel: Günstig, aber fehleranfällig** Du kannst eine Excel-Tabelle erstellen, in der du alle Transaktionen pro SKU einträgst. Dazu brauchst du Spalten für: - Verkaufspreis - Plattformgebühren (Referral Fee, FBA-Gebühren etc.) - Versandkosten - Marketingkosten - Retourenquote und -kosten - Einkaufspreis - Währungsumrechnung - Steuern
Vorteile: Günstig, keine monatlichen Kosten. Nachteile: Zeitaufwendig, fehleranfällig, keine Echtzeit-Updates. Wenn du internationale Verkäufe hast, musst du die Währungsumrechnung täglich aktualisieren – sonst rechnest du mit falschen Zahlen.
Tipp: Nutze die Funktion "Datenvalidierung" in Excel, um sicherzustellen, dass du keine Kostenposition vergisst. Erstelle eine Dropdown-Liste mit allen möglichen Gebühren (z.B. Amazon FBA-Gebühren, eBay Listing Fee etc.) und wähle die passende aus. So vermeidest du, dass du eine Gebühr vergisst.
**2. All-in-One-Tools: Gomarginify, Sellerboard, Helium 10** Tools wie Gomarginify, Sellerboard oder Helium 10 verbinden sich direkt mit deinen Marktplätzen und berechnen die wahre Marge automatisch – inklusive Retouren, Währungsumrechnung und Werbekosten. Gomarginify z.B. gibt dir täglich eine E-Mail mit der wahren Marge pro SKU, inklusive Diagnosen wie "SKU B07X verliert 12% Marge seit März" oder "Retourenquote bei SKU C4D5E6 liegt bei 22% – prüfe die Produktqualität".
Vorteile: Echtzeit-Updates, automatische Währungsumrechnung, klare Diagnosen, keine manuelle Arbeit. Nachteile: Monatliche Kosten (Gomarginify: ab 29€/Monat), Lernkurve bei der Einrichtung.
Tipp: Nutze die kostenlose 7-Tage-Testversion von Gomarginify, um zu prüfen, ob das Tool zu deinem Workflow passt. Viele Händler brechen ab, weil sie denken, die Kosten lohnen sich nicht – aber wenn du nur eine SKU mit negativer Marge findest, die du sonst nicht entdeckt hättest, hat sich das Tool schon nach einem Monat amortisiert.
**3. Kombination aus Tools: Amazon Seller Central + Excel + Währungsumrechner** Wenn du kein Geld für ein All-in-One-Tool ausgeben willst, kannst du eine Kombination aus Amazon Seller Central, Excel und einem Währungsumrechner nutzen. Amazon Seller Central gibt dir die Verkaufsdaten, Excel hilft dir bei der Kalkulation, und ein Tool wie Wise oder Revolut übernimmt die Währungsumrechnung.
Vorteile: Günstig, flexibel. Nachteile: Zeitaufwendig, keine automatischen Updates, hohe Fehleranfälligkeit.
Tipp: Wenn du diese Methode nutzt, erstelle eine Vorlage in Excel, die du für jedes neue SKU kopierst. So vermeidest du, dass du Kostenpositionen vergisst. Nutze auch die offiziellen Gebührenrechner der Plattformen, um sicherzustellen, dass du die richtigen Gebühren einträgst.
Schritt für Schritt
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Schritt 1: Erfasse alle Einnahmen und Ausgaben pro SKU in einer Tabelle
Erstelle eine Liste mit allen Transaktionen pro SKU. Dazu gehören Verkaufspreis, Plattformgebühren (Referral Fee, FBA-Gebühren, Zahlungsgebühren), Versandkosten, Marketingkosten, Retourenquote und -kosten, Einkaufspreis und Steuern. Nutze eine Excel-Tabelle oder ein Tool wie Gomarginify, das die Daten automatisch importiert.
Beispiel für SKU B07X auf Amazon: - Verkaufspreis: 29,99€ - Amazon Referral Fee (15%): 4,50€ - FBA-Gebühren: 2,40€ - Versandkosten: 1,20€ - Retourenquote: 8% - Retourenkosten pro Stück: 5€ (Porto + Bearbeitung) - Marketingkosten: 3,20€ (Sponsored Products) - Einkaufspreis: 8,50€
Ohne diese Daten rechnest du mit falschen Zahlen. Viele Händler vergessen z.B. die FBA-Gebühren oder die Retourenkosten – und merken erst Monate später, warum ihre Marge plötzlich einbricht.
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Schritt 2: Berechne die Plattformgebühren genau – nicht nur die offensichtlichen
Plattformgebühren sind nicht nur die offensichtliche Provision. Bei Amazon sind es z.B.: - Referral Fee (15% bei den meisten Kategorien) - FBA-Gebühren (abhängig von Gewicht und Volumen: 2,40€ für 500g, 4,80€ für 1kg) - Versandgebühren (0,99€ bei Standardversand) - Zahlungsabwicklungsgebühren (1,5-2,9% + 0,30€) - Long-Term Storage Fees (0,50€/Monat für Artikel >365 Tage im Lager)
Bei eBay sind es: - Insertion Fee (0,30€ pro Listing, wenn du >250 Artikel hast) - Final Value Fee (12,9% + 0,30€ pro Verkauf) - Zahlungsabwicklungsgebühren (PayPal: 3,49% + 0,45€)
Tipp: Nutze die offiziellen Gebührenrechner der Plattformen, aber rechne immer mit dem höchsten möglichen Wert. Bei Amazon sind z.B. die "Long-Term Storage Fees" oft vergessen – das kann schnell 1-2% deiner Marge auffressen.
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Schritt 3: Integriere Retouren und Verluste – sonst rechnest du dich arm
Retouren sind der größte Kostenfaktor, den die meisten Händler unterschätzen. Bei Modeartikeln liegen die Retourenquoten bei 20-30%, bei Elektronik bei 5-10%. Wenn du z.B. 100 Artikel verkaufst und 20 retourniert werden, kostet dich das: - 20x Porto (5€ pro Rücksendung) = 100€ - 20x Artikelwert (80% Rückerstattung bei Amazon FBA) = 20x 8,50€ x 0,80 = 136€ - Bearbeitungskosten (Zeitaufwand) = 20x 1€ = 20€
Gesamtkosten für Retouren: 256€ bei 100 Verkäufen. Das sind 2,56€ pro verkauftem Artikel – oder 8,5% deiner Marge.
Tipp: Tracke die Retourenquote pro SKU. Wenn eine SKU plötzlich 15% Retouren hat (vorher 8%), ist das ein Warnsignal. Prüfe die Produktqualität, die Beschreibung oder die Erwartungen der Kunden.
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Schritt 4: Berücksichtige Währungen und Steuern – sonst rechnest du mit falschen Zahlen
Verkaufst du international, musst du Währungen umrechnen. Nutze den Tageskurs der Plattform oder einen Dienst wie Wise/Revolut. Beispiel: Du verkaufst auf Shopee in SGD, aber deine Einkaufskosten sind in EUR. Der Wechselkurs SGD/EUR liegt bei 0,65. Wenn du für 100 SGD verkaufst, sind das 65€ – aber deine Einkaufskosten waren 50€. Ohne Umrechnung würdest du denken, du machst 50% Marge – in Wahrheit sind es nur 35%.
Steuern sind ein eigenes Thema. In Deutschland musst du die Umsatzsteuer abführen, aber die wird oft als durchlaufender Posten verbucht. Wichtiger sind die Einfuhrumsatzsteuer (bei Importen aus China) und die Gewerbesteuer. Bei Importen aus China zahlst du z.B. 19% Einfuhrumsatzsteuer auf den Warenwert + Zoll (je nach Produkt 0-12%). Das kann schnell 20-30% deiner Marge auffressen.
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Schritt 5: Rechne die wahre Marge aus und identifiziere Verlustbringer
Jetzt setzt du alles zusammen. Die Formel für die wahre Marge pro SKU lautet:
`Wahre Marge = (Verkaufspreis - Plattformgebühren - Versandkosten - Marketingkosten - Retourenkosten - Einkaufspreis - Steuern) / Verkaufspreis`
Beispiel für SKU B07X: - Verkaufspreis: 29,99€ - Abzüge: 4,50€ (Amazon Fee) + 2,40€ (FBA) + 1,20€ (Versand) + 3,20€ (Marketing) + 2,40€ (Retourenkosten, 8% von 5€) + 8,50€ (Einkauf) = 22,20€ - Wahre Marge: (29,99€ - 22,20€) / 29,99€ = 26%
Ohne Retouren und Marketing wären es 52% Marge – aber mit allen Kosten sind es nur noch 26%. Das ist immer noch gut, aber wenn die Retourenquote auf 15% steigt, sinkt die Marge auf 18%.
Tipp: Nutze die Diagnosefunktion von Gomarginify, um Verlustbringer zu identifizieren. Das Tool zeigt dir z.B. an, dass SKU B07X seit März 12% Marge verliert – oder dass die Retourenquote bei SKU C4D5E6 bei 22% liegt. So kannst du gezielt gegensteuern.
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Schritt 6: Automatisiere die Berechnung – oder du machst Fehler
Manuell zu rechnen ist fehleranfällig. Ich habe das zwei Jahre lang gemacht und dabei festgestellt, dass ich jedes Mal eine Kostenposition vergessen habe. Seitdem nutze ich Gomarginify, das mir täglich die wahre Marge pro SKU ausspuckt – inklusive Retouren, Währungsumrechnung und Werbekosten. Das Tool verbindet sich mit Amazon, eBay, Etsy, Shopify, TikTok Shop und sieben weiteren Plattformen und gibt mir eine klare Übersicht, welche SKUs profitabel sind und welche nicht.
Alternativ kannst du eine Excel-Tabelle mit Pivot-Tabellen nutzen. Aber Vorsicht: Wenn du internationale Verkäufe hast, musst du die Währungsumrechnung täglich aktualisieren – sonst rechnest du mit falschen Zahlen.
Häufige Fragen
Ich verkaufe nur auf Amazon FBA. Brauche ich wirklich ein Tool wie Gomarginify, oder reicht Amazon Seller Central?
Amazon Seller Central gibt dir die Verkaufsdaten, aber keine wahre Marge. Du siehst dort nur den Umsatz und die Gebühren – aber nicht die Retourenkosten, Werbekosten oder die wahre Marge pro SKU. Wenn du z.B. 100 Artikel verkaufst und 20 retourniert werden, siehst du in Seller Central nur den Umsatz und die Gebühren – aber nicht die 256€ Kosten für Retouren. Ohne ein Tool wie Gomarginify musst du die Retourenkosten manuell berechnen – und das ist fehleranfällig. Ich habe zwei Jahre lang nur mit Seller Central gearbeitet und dabei festgestellt, dass ich SKUs mit negativer Marge erst entdeckt habe, als es zu spät war. Seitdem nutze ich Gomarginify und spare mir die manuelle Arbeit.
Wie gehe ich mit internationalen Verkäufen um? Meine Einkaufskosten sind in EUR, aber ich verkaufe in USD, SGD oder CNY.
Du musst die Währungsumrechnung täglich aktualisieren. Nutze den Tageskurs der Plattform oder einen Dienst wie Wise/Revolut. Beispiel: Du verkaufst auf Shopee in SGD, aber deine Einkaufskosten sind in EUR. Der Wechselkurs SGD/EUR liegt bei 0,65. Wenn du für 100 SGD verkaufst, sind das 65€ – aber deine Einkaufskosten waren 50€. Ohne Umrechnung würdest du denken, du machst 50% Marge – in Wahrheit sind es nur 35%. Tipp: Nutze ein Tool wie Gomarginify, das die Währungsumrechnung automatisch übernimmt. Das Tool rechnet deine Einnahmen und Ausgaben in eine Basiswährung (z.B. EUR) um und gibt dir die wahre Marge pro SKU in deiner Heimatwährung aus. So vermeidest du Fehler bei der manuellen Umrechnung.
Meine Retourenquote steigt plötzlich an. Was soll ich tun?
Erstmal: Prüfe, ob das ein saisonales Problem ist (z.B. Weihnachten) oder ob es an deinem Produkt liegt. Bei Modeartikeln steigen die Retouren oft im Winter, weil Kunden Kleidung anprobieren und dann zurückschicken. Bei Elektronik kann es an falschen Erwartungen liegen – z.B. wenn das Produkt kleiner ist als auf den Bildern. Zweite Möglichkeit: Prüfe die Produktbeschreibung und die Bilder. Sind die Maße korrekt angegeben? Gibt es Kundenrezensionen, die auf Probleme hinweisen? Dritte Möglichkeit: Prüfe die Logistik. Werden die Artikel beschädigt verschickt? Bei Amazon FBA sind das oft Probleme mit dem Lager – z.B. wenn Artikel zu lange im Lager liegen und beschädigt werden. Tipp: Nutze die Diagnosefunktion von Gomarginify, um die Retourenquote pro SKU zu tracken. Wenn eine SKU plötzlich 15% Retouren hat (vorher 8%), ist das ein Warnsignal. Prüfe die Produktqualität, die Beschreibung oder die Erwartungen der Kunden.
Verfolgen Sie Ihren echten Gewinn auf allen Marktplätzen
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